Zwei Kinderdörfer für vollpflegebedürftige Kinder in Tansania
Während im Kinderdorf bis zu dreißig Waisenkinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen eine lebenslange Versorgung und Bildungsmöglichkeiten erhalten können, bietet die Tagesrehabilitationsstätte Sonderschulunterricht, Therapien und medizinische Versorgung für bis zu fünfzig Kinder mit Behinderungen an.
Diese Einrichtungen bedeuten für Kinder in Not und ihre Familien eine unverzichtbare Unterstützung und schenken ihnen eine bessere Zukunft.
KINDERDORF FÜR VOLLPFLEGEBEDÜRFIGE WAISENKINDER
2015 gegründet
Die Geschichte
2015 haben wir ein Kinderdorf in Dar es Salaam, Tansania, eröffnet. Dort bekommen bis zu 30 Kinder mit besonderen Bedürfnissen Vollpflege.
Die Entscheidung zur Errichtung des Dorfes wurde getroffen, weil dort zahlreiche Kinder unter extrem armen Verhältnissen leben. Aberglaube und falsches Verständnis haben die Situation nur verschlechtert.
So erging es auch der kleinen, vierjährigen Nasra, deren Schicksal uns besonders berührt hat. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie in die Obhut ihrer Tante, die sie zwei Jahre lang in einer Kiste gefangen hielt. Dort vegetierte sie mit gebrochenen Gliedmaßen und Atemproblemen vor sich hin.
Nasra starb schließlich im Krankenhaus aufgrund von mangelnder spezialisierter Betreuung und des ungewohnten Kontakts mit der Außenwelt. Vermutlich hatte sie an der Glasknochenkrankheit gelitten, doch niemand hatte jemals eine Diagnose erstellt.
Ein kleines Paradies für Waisenkinder
Damit Kinder wie Nasra nicht mehr leiden müssen, haben wir ein wunderschönes Kinderdorf errichtet. Es besteht aus fünf Kinderhäusern, einer Großküche, Unterkünften für Personal und Freiwillige, einem Spielplatz und weiteren Gebäuden.
Das Dorf beherbergt auch eine gut ausgestattete Reha-Einrichtung mit einem Therapiegebäude, einem Sonderschulraum und einem Behandlungszimmer, um vollpflegebedürftige Waisenkinder rundum versorgen zu können.
Positive Veränderungen für die Gemeinschaft vor Ort
Unser Einsatz für Kinder kommt auch der Gemeinschaft vor Ort zugute. In unserem Kinderdorf entstehen viele bezahlte Arbeitsplätze für Tansanier aus der näheren Umgebung, die dadurch auch Sozialversicherungs- und Krankenversicherungsschutz für sich und ihre Familien erhalten.
Zudem haben wir eine Wasserleitung installiert, um die umliegenden Haushalte an unser solarbetriebenes Bohrloch anzuschließen. So erhalten die Nachbarn Zugang zu sauberem Trinkwasser – eine kostbare Ressource in Afrika.
TAGESREHABILITATIONSSTÄTTE
2019 gegründet
Die Geschichte
Vier Jahre nach der Gründung unseres ersten Kinderdorfs haben wir 2019 eine Tagesrehabilitationsstätte für pflegebedürftige Kinder in Not von alleinerziehenden Müttern errichtet.
Wir sorgen uns um pflegebedürfte Kinder und ihre Mütter
Viele Frauen mit behinderten Kindern sind alleinerziehend. Sie wurden von den Vätern ihrer Kinder verlassen und müssen sich in prekären Situationen zurechtfinden. Ein behindertes Kind braucht besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die Mütter können dadurch in der Regel keiner Arbeit nachgehen, da sie niemanden finden, der sich um ihr pflegebedürftiges Kind kümmern könnte. Für Mutter und Kind kommt es zu einem Teufelskreis der Armut. Mit unserer Einrichtung können wir dabei helfen, dass die Kinder über den Tag hinweg behütet versorgt werden, während die Mütter einer Arbeit nachgehen können.
Standort und Angebote der Tagesrehabilitationsstätte
Die Einrichtung liegt in Dar es Salaam direkt neben unserem Kinderdorf für die Waisenkinder. In der Tagesrehabilitationsstätte können wir eine Ganztagsbetreuung, Sonderschulunterricht, Therapien und medizinische Unterstützung für bis zu fünfzig Kinder mit Behinderungen anbieten. Mit Fachkräften und Freiwilligen kümmern wir uns liebevoll und familiär um die Kinder. In unserer Tagesrehabilitationsstätte sind bereits vier Kinderhäuser in Betrieb, fünf weitere sind bald einsatzbereit. Unsere Angebote sind für die Familien vollkommen kostenlos.
Erfolgsgeschichten unserer Kinder
Feisal
Als Feisal zum allerersten Mal zu uns kam, war er nur noch ein Schatten eines Kindes, schwach und unterernährt. Er bestand nur aus Haut und Knochen. Es war offensichtlich, dass er vernachlässigt worden war, und seine wohlgenährte Mutter schien ihm die dringend benötigte Nahrung vorzuenthalten – vermutlich mit der Absicht, Feisal aufgrund seiner Behinderung verhungern zu lassen. Doch mit unserer liebevollen Pflege geht es Feisal inzwischen deutlich besser. Innerhalb kürzester Zeit kehrte immer mehr Leben in den Jungen zurück, sodass er uns mittlerweile sogar mit einem breiten Lächeln Freude schenkt.
Bahati
